Italienischer Wolf

Eine Unterart des Eurasischen Wolfs ist der italienische Wolf. Er siedelte sich in den Jahrhunderten in weiten Teilen der Apeninnen von Kalabrien über Ligurien bis zu den Westalpen an. Mittlerweile ist er auch in den franz. und schweizer Alpen verbreitet. Dort ( schweizer Alpen ) gab es in den letzten Jahren, vermehrt Sichtungen von Einzeltieren. Etwa um 2012 bildete sich am Calanda bei Chur das erste Rudel der Schweiz, seit den Zeiten der Ausrottung. Die erste Sichtung in Deutschland hatten wir im Jahr 2006.

Italienischer Wolf Verbreitung

Er unterscheidet sich genetisch deutlich von anderen Unterarten des Wolfes. Man ging lange davon aus, das es sich um Kreuzungen zwischen Wölfen und Haushunden sowie herrenloser Hunde handelte, und das er sich dadurch zu einer eigenen Unterart entwickelte ( Canis lupus italicus ). Dieses konnte aber in den letzten Jahren wiederlegt werden.

Italienischer Wolf 1

Die Italienischen Wölfe sind im Vergleich zu anderen Wolfsarten eher klein. Sie erreichen eine Schulterhöhe von etwa 70 cm, und werden vom Kopf bis zum Rumpf etwa 150 cm gross.  Das Gewicht des italienischen Wolfes ist je nach Region verschieden. Die italienischen Populationen haben im Durchschnitt ein Gewicht von 30 Kg für Fähen, und ca. 35 Kg für Rüden. In anderen Regionen wie z.B. den französischen Alpen hingegen liegen die Durchschnittsgewichte bei 36 Kg für Rüden und 28 Kg für Fähen.

Das Fell des Italienischen Wolfs ist an den Flanken graubraun, an der Innenseite weiß, und der Rücken, der Bauch und die Läufe überwiegend schwarz.  Die ausgeprägte Schwarzfärbung an der Vorderseite der Vorderläufe ist ein wichtiges Merkmal des Italienischen Wolfs, welches bei anderen Wolfsunterarten gar nicht, oder nur teilweise vorkommt.

Italienischer Wolf 3

 

Auf dem Speiseplan des Italienischen Wolfes stehen eher kleinere Huftiere. Er bevorzugt Rehe, Rothirsche und Wildschweine. In den Alpen auch Gämsen, unter den Haustieren Schafe und Ziegen. Pferde oder Kühe werden nur äußerst selten gerissen. Eine Spezialisierung auf grössere Huftiere fand nie statt, da Sie in seinen Gebieten und Regionen nicht vorkamen.

Aufgrund der italienischen Geschichte ( Romulus und Remus ) geniesst er viele Sympathien in der heimischen Bevölkerung, was aber nicht verhinderte das er bejagt wurde, und um 1970 fast ausgerottet war. Die italienische Regierung stellte daraufhin den Wolf im Jahr 1976 unter Schutz. Zu dem Zeitpunkt bestand die Population lediglich aus ca. 100 Tieren. Aber der Bestand erholte sich schnell und so kam es zur Ausbreitung in ganz Italien und schließlich bis in die französischen und schweizer Alpen. Aktuell beläuft sich der Bestand bei  500 – 1000 Tiere.

Italienischer Wolf 2

 

 

 

 

 

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Timberwolf

Der Timberwolf ( Canis Lupus Lycaon ) gilt als die größte Unterart des Wolfes. Er wird  auch Amerikanischer Grauwolf genannt, und hat 12 weitere Unterarten. Erst im Jahr 2013 wurde er vom „United States Fish an Wildlife Service“ klassifiziert.

Der Timberwolf lebt in den Nadelwäldern von Minnesota, Wisconsin, Michigan, dem Osten der USA, bis rauf  im Südöstlichen Teil Kanadas. Zu Zeiten der Kolonialisierung waren Sie in ganz Nordamerika verbreitet. Die Timberwölfe wurden von den Indianern verehrt, aber im Zuge der Besiedelung Nordamerikas fast ausgerottet.

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Seine sehr variable Fellfarbe von weiß bis schwarz, meist jedoch braun, ist sein Markenzeichen. Die Jungtiere werden schwarz geboren. Bei der Aufzucht sind alle Mitglieder des Rudels beteiligt. Mit jedem Fellwechsel wird die Farbe des Fells heller. Dadurch ist es nicht möglich, das Alter der Tiere anhand des Fells zu bestimmen.

Im Vergleich zu anderen Wolfsarten ist der Timberwolf groß. Er erreicht eine Körperlänge von ca. 120 – 140 cm, und eine Schulterhöhe von 70 bis 90 cm. Anders als in Kanada und Alaska sind die im Osten der USA in Michigan, Wisconsin und Minnesota lebenden Timberwölfe eher klein und überschreiten selten ein Gewicht von 45 kg.  Sie wiegen zwischen 23 – 45 kg.  Die Männchen sind meist schwerer als Weibchen.

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Innerhalb eines Rudels gehen alle erwachsenen Tiere gemeinsam auf die Jagd. In den Sommermonaten sieht man die Timberwölfe auch allein auf der Jagd. Der Timberwolf ist in der Lage eine Geschwindigkeit von über 60 km/h zu erreichen. Er ernährt sich weitgehend von Elchen und Weisswedelhirschen, aber auch kleinere Säugetiere stehen auf seinem Speiseplan.

Nach langen Jahren der Bejagung, und dem aussetzen von Kopfgeldern, wurden die Timberwölfe 1959 von der Regierung Ontarios unter Schutz gestellt. Ihre Population  betrug zu dem Zeitpunkt ca. 500-1000 Tiere. Heute Leben etwa 4000 Timberwölfe in Ihren Revieren.

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Der Russische Wolf

In den tiefen, dunklen Wäldern Zentralrusslands kann man sie nachts hören. Die russischen Wölfe sind größer und kräftiger als ihre Brüder in Westeuropa. Ihr Körperbau ist vergleichbar mit jenen des nordamerikanischen Kontinents. Einer der Unterschiede ist Ihr langgezogener und melodischer Ruf. Bei einer Schulterhöhe von 80 – 85 cm, und einem Maximalgewicht von 70 – 80 kg erreichen sie eine Körperlänge von 105 – 160 cm. In Ausnahmefällen gelegentlich auch mehr.

Russische Wölfe

Elche, Hirsche, Rehe, Wildschweine aber auch Gemsen, Mufflons, Steinböcke, Rentiere und Dammwild sind auf Ihrem Speiseplan. Die Wölfe finden Ihre Beutetiere meist direkt durch deren Geruch, seltener durch die Verfolgung frischer Spuren. Sie versuchen sich den Beutetieren dann unbemerkt bis auf geringe Distanz zu nähern. Fliehende Tiere werden meist nur wenige Dutzend Meter weit mit hoher Geschwindigkeit verfolgt, gelingt es den Wölfen bis dahin nicht, das Beutetier zu erreichen, wird die Jagd abgebrochen. Längere Hetzjagten über mehrere Kilometer sind seltene Ausnahmen. Häufig versuchen Wölfe, für sie günstige Geländegegebenheiten zu nutzen, indem ein Teil des Rudels die Beute in Richtung anderer Rudelmitglieder jagt, die an einer geeigneten Stelle in Deckung liegen. Im Winter versuchen Wölfe, Huftiere auf zugefrorene Seen oder Flüsse zu treiben, wo diese mit ihren glatten Hufen schnell ausrutschen.

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Durch die Besiedelung  Zentralrusslands suchen sie Ihre Nahrung auch in Viehherden. Dadurch erlaubt Russland die bejagung der Tiere. Der rückläufige Bestand liegt derzeit bei ca. 28000 Wölfen. Mittlerweile gibt es einige Menschen in Russland die sich für einen Bestandsschutz einsetzen.  Der russische Biologe Vladimir Bologov ist einer der wenigen, der sich seit Jahren für die Tiere einsetzt. Anbei ein Link zu seiner Seite :

Schutz der Russischen Wölfe

 

 

Polar Wolf

Der Polarwolf auch Weisswolf genannt, lebt in einer rauhen menschenfeindlichen Umgebung. Fern ab der Inuit, leben Sie auf den kanadischen Arktisinseln und an der Nord – und Ostküste Grönlands. Der Lebensraum dieser weissen Jäger ist weitgehend unerforscht.

Sie haben sich den Verhältnissen dieser unwirklichen Welt ( Lange und dunkle Winter ) angepasst. So ist es nicht verwunderlich, das es sehr wenig Informationen über Ihr Leben gibt.

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Ihr dichtes, weiches und langhaariges Fell ist fast weiß. Je nach Umgebung gibt es verschiedene Variationen über cremeweiß bis schmutzigweiß. Um den extrem niedrigen Temperaturen ( -50° ) wiederstehen zu können, haben sie einen gedrungenen Körperbau. Sie wiegen zwischen 50 – 80 kg, und haben ein Stockmaß von ca. 65 – 80 cm. Ihre Körperlänge beträgt vom Kopf bis zur Schwanzspitze etwa 90 – 150 cm. Ihre Ohren sind klein und rundlich, und ihre Schnauze etwas kürzer. Die Polarwölfe werden mit etwa zwei bis drei Jahren geschlechtsreif. Sie werfen meist fünf bis sechs Welpen. Ihre Lebensdauer beträgt durchschnittlich 7 Jahre.

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Ihr Rudelverhalten ist aufgrund der extremen Bedingungen stärker ausgeprägt als in den Rudeln anderer Unterarten. Polarwolf Rudel können aus bis zu 30 Wölfen bestehen. In der Regel sind es 7 – 10 Tiere. Ein einzelner Wolf ist in diesen Regionen kaum Überlebensfähig, daher sind Ihre Rudel grösser als in den vergleichbaren Rudeln in Mitteleuropa.

Die Jagdgebiete sind extrem groß, und umfassen bis zu 1600 qkm. Das geringe Nahrungsangebot aus Lemmingen, Schneehasen, Wühlmäuse, Rentiere und Moschusochsen lässt Sie täglich bis zu 30 km zurücklegen. Sie jagen kooperativ im Rudel, um größere Tiere erlegen zu können. Die Bestandsdichte, und damit das Überleben der Welpen, hängt stark vom Nahrungsangebot ab.

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Aufgrund des menschenleeren Lebensraumes ist Ihre Population stabil. Lediglich die Inuit jagen die Tiere in geringen Mengen, um sich mit dem Verkauf von Fellen etwas zu verdienen. Sie wurden nie in größerem Umfang bejagt.

 

 

Europäischer Grauwolf

Der Name Grauwolf hat seinen Ursprung wohl im Mittelalter. Hier sprach man vom „großen Grauen“ und machte keine Unterschiede zwischen den einzelnen Wölfen.

Der Europäische Grauwolf oder auch nur Europäischer Wolf war einst in ganz Europa, Zentral-Asien, Russland, Süd-Sibirien, China, Mongolei, Korea und im Himalaya verbreitet. Durch eine starke Bejagung des Wolfes ist er in vielen Teilen Europas ausgestorben und siedelt sich nun teilweise wieder in ganz Mitteleuropa an. Allerdings gibt es unter den Europäischen Grauwölfen deutliche Unterschiede im Aussehen. Das liegt an der hohen Anpassungsfähigkeit des Grauwolfes. Da er früher in der gesamten nördlichen Hemisspähre zuhause war, entstanden so einige Anpassungen.

Der Europäische Grauwolf ist hochbeinig und hat eine graue Grundfärbung. Mit teilweise gelben und braunen Variationen. Das Fell des Unterbauches des Europäischen Wolfes ist heller. Markant ist auch der schwarze Sattelfleck im Rückenbereich des Wolfes. Die Ohreninnenseiten und die Partien seitlich des Fanges, die Beine und der Bauch sind hell bis weiss. Der Rücken ist dunkler und die Schwanzspitze ist schwarz. An den Vorderbeinen hat er dunkle Markierungen. Er hat eine Schulterhöhe von 70 cm und ein Gewicht von ca. 40 kg. So ist auch der oft zu hörende Name „Grauwolf“ zu erklären.

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Der Wolf pflanzt sich einmal im Jahr fort. Die Paarungszeit ( Ranzzeit ) dauert von Januar bis März. Sie gebären Ihre Jungtiere nach einer Tragezeit von etwa 63 Tagen in einer Erdhöhle. Je nach Wurf sind es zwischen 4 – 6 Welpen. Die Jungtiere vom europäischen Wolf erreichen schnell die typische Größe und Färbung. Nach ca. 10 Monaten sind sie kaum noch von erwachsenen Tieren zu unterscheiden.

Europäischer Grauwolf Welpen

Der Rudelverband von einem natürlich gebildeten Rudel besteht aus dem Elternpaar, den Jungen des vergangenen Jahres und den Welpen.

Die Jungtiere wandern nach spätestens 1 -2  Jahren ab. Die Lage des neuen Reviers ist sehr unterschiedlich.

 

Wolfsarten

In den nächsten Tagen veröffentlichen wir die verschiedenen und am weitest verbreiteten Wolfsarten der nördlichen Halbkugel. In seinem grossen Verbreitungsgebiet hat sich der Wolf unterschiedlich angepasst. Dadurch sind 14 Unterarten entstanden. Jedoch ist die Einteilung bei den Fachleuten umstritten.

Im Nördlichen Kanada leben die weissen, hochbeinigen Polarwölfe, die zur selben Unterart gehören wie die im Nordwesten der USA vorkommenden Arktischen Wölfe.

In den Nadelwäldern Nordamerikas leben die Timberwölfe die bis zu weitere 12 Unterarten haben.

In Europa werden die Wölfe als Europäische/Eurasische Grauwölfe bezeichnet. Einzige Ausnahme ist der Italienische Wolf, der eine eigene Unterart darstellt. Es gibt aber beträchtliche Unterschiede: In Spanien zum Beispiel sind die Wölfe kleiner und rötlicher als die weiter nördlich lebenden Tiere.

In Asien leben im Norden der Tundrawolf und in den weiten Steppen Innerasiens der rötlich graue Steppenwolf.

Im Arabischen Raum lebt der kleine Arabische Wolf und in Indien der Pallipeswolf.

Wolfsarten

Arten:

Ägyptischer Wolf (Canis lupus lupaster)

Arabischer Wolf (Canis lupus arabs)

Arktischer Wolf (Canis lupus arctos)

Europäischer/Eurasischer Grauwolf  (Canis lupus lupus)

Hokkaido Wolf (Canis lupus hattai)

Italienischer Wolf (Canis lupus italicus)

Kaspischer Wolf (Canis lupus cubanensis)

Mexikanischer Wolf (Canis lupus baileyi)

Pallipeswolf (Canis lupus pallipes)

Polarwolf (Canis lupus arctos)

Russischer Wolf (Canis lupus communis)

Steppenwolf (Canis lupus campestris)

Timberwolf (Canis lupus lycaon)

Tundrawolf (Canis lupus albus)

Den Start der Reihe macht morgen der Europäischer/Eurasischer Grauwolf.

Europäischer Eurasischer Grauwolf

 

Wölfe – Schutzgeist der Indianer

Die nordamerikanischen Indianer bezeich­neten den Wolf als „ihren Bruder“. Sie schätzten ihn als ge­schickten Jäger und eiferten ihm nach. In der Sprache der Pawnee-Indianer bedeutet dasselbe Wort gleichermaßen Wolf wie Mensch. In der Religion einiger dieser Völker wird der Wolf als Beherrscher des Landes verehrt.

Die Kenntnis der geistigen Kräfte, die der Natur innewohnten, war für die nordamerikanischen Indianer sehr wichtig. Dieses Wissen wurde in Mythen und Legenden weiter gegeben, die dann von Geschichtenerzählern oder den Stammesältesten vorgetragen wurden.

Für die indianischen Zuhörer waren Mythen keineswegs phantasievolle Märchen, selbst wenn sie magische Elemente enthielten, wie z. B. dass Tiere und Menschen miteinander sprachen. Vielmehr verstand man die Geschichte als Berichte darüber, was am Anfang aller Zeit geschehen war. Der Sinn der Mythen und Legenden war also zu unterhalten und zu lehren.

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In einer Legende der Inuit ( Eskimos ) gibt es einen riesigen Wolf namens Amarok. Dieser jagt und frisst Jeden, welcher nachts alleine wandert oder auf die Jagd geht. Im Gegensatz zu normalen Wölfen zieht es Amarok vor, alleine zu jagen.

Eine Weisheit der Schoschonen aus dem Yukon besagt, der Mensch solle sein Sozialverhalten vom Wolf und sein Ernährungsverhalten vom Bär lernen. Die Schoschonen sahen im Wolf den Schöpfer und Weisen. In einer der Legenden haben der Wolf und der Koyote eine Auseinandersetung, in welcher Sie darüber diskutieren, was mit den verstorbenen Menschen nach dem Tod geschehen soll. Letztendlich entscheiden sie einstimmig, verstorbene Menschen nicht ins Leben zurückzuholen, damit es nicht zu viele Menschen auf der Erde gibt.

Der Wolf verkörperte ein Krafttier, aber auch ein Totemtier, welches der Schutzgeist oder Ahne einer Person oder eines Clans darstellte.

Unterschied zwischen Kraft- und Totemtier

Den Unterschied zwischen einem Kraft- und einem Totemtier zu beschreiben ist sehr klein, und manche sehen in beidem dasselbe.  …

… dem Krafttier, welches unser Leben beeinflusset und uns nur für einen bestimmte Zeit begleitet und

… dem Totemtier, welches unsere Persönlichkeit beeinflusst, unsere Seele repräsentiert und uns ein Leben lang zur Seite steht.

Krafttier Wolf

 

Die Legende vom Werwolf

Selbst die Kirche verteufelte den Wolf. Und die Dämonisierung dieses Raubtiers passte gut in das damalige Weltbild, in dem sehr bald zu Hexenglauben und Inquisition das Bild des Werwolfes hinzukam. Der Mensch im Wolfspelz war geboren, der für bestialische Morde verantwortlich gemacht wurde und für die tiefsten Abgründe des menschlichen Seins stand. Sex und Vergewaltigung, Mord und Totschlag, Blutrausch und Unglaube waren die Insignien des Werwolfes und viele Legenden rankten sich um Wolfsmenschen.

Werwolf

Im Zuge der Hexenverfolgungen wurden auch zahlreiche Männer vor Gericht gebracht und hingerichtet. Eine beträchtliche Anzahl von ihnen wurde der Werwolfverwandlung bezichtigt, vor allem Hirten. Nach einer Reihe von Verfahren im Herzogtum Burgund fand 1589 in Bedburg bei Köln der in der Kriminalgeschichte bekannteste Werwolfprozess statt: Der Bauer Peter Stubbe ( auch Stübbe oder Stump ) wurde zusammen mit seiner Tochter und seiner Geliebten hingerichtet, weil er angeblich mindestens 13 Kinder umgebracht und sich an zwei Mädchen vergangen hatte. Ob es sich hierbei um einen wirklichen Werwolfprozess oder um ein inszeniertes Gerichtsverfahren gegen einen politisch unbequemen Mann handelte, ist umstritten. Der Fall stieß auf große Resonanz, und selbst in den Niederlanden, in Dänemark und in England erschienen Flugblätter, teilweise mit Holzschnitten geschmückt, in denen die tatsächlichen oder angeblichen Gräueltaten Stubbes in allen Einzelheiten geschildert wurden.

Im Zeitalter der Aufklärung verschwand die mystische Dämonisierung des Wolfes weitgehendst wieder. Jedoch hält sich der Begriff des Werwolfs, angeheizt durch Horrorfilme im Fernsehen und Romane, in unserer Gesellschaft. Insbesondere in isolierten und ländlichen Gebieten Süd- und Osteuropas wird immer noch an Werwölfe geglaubt.

Fluch des Wolfes

Wenn der Vollmond seine Runde zieht,
das Mondlicht in den Blättern spielt,
einen gar klagenden Ruf man hört,
der alte Fluch ward von Zigeunern beschwört.

Kalt der Wind durch den Pelz streicht,
Emotion und Instinkt vernebelt den Geist,
aus dem heimischen Dorf vertrieben
verbannt, verspottet, von allen gemieden.

Keine Hand die seine hält,
verstoßen in eine andere Welt,
verdammt zu morden, ohne Sinn und Verstand,
auch vergessen was Freunde einst verband.

Zumindest dieses die fromme Menschheit denkt,
da von Kirche und Land so gelenkt,
die Wahrheit liegt tief verborgen
als Geheimnis – bis an den letzten Morgen.

Die gelben Augen hält der Wolf geschlossen,
von nur noch einer Emotion durchflossen,
Einsamkeit erfüllt des Werwolfs Herz,
er nie empfunden größeren Schmerz.

Klagend heult er ihn heraus in die Nacht,
legt in den Ruf all seine Kraft,
bis er verstummt und niederbricht,
im kalten fahlen Mondeslicht.

Das Töten ist nicht des Werwolfs Fluch,
die Einsamkeit ist seine Verdammnis,
Erlösung erst schenkt das schwarze Tuch,
getragen von einstigen Freunden an seinem Begräbnis.

Von reinem Silber befreit aus diesem Leben,
im Himmelreich man wird ihm vergeben.

Quelle : unbekannter Verfasser

 

Der Wolf in der Nordischen Mythologie

Der Fenriswolf

Sein Name leitet sich vermutlich vom altnordischen Fen ( Sumpf ) ab. Die Götter brachten den Wolf, über den es düstere Weissagungen gab, nach Asgard um ihn im Blick behalten zu können. Da der Fenriswolf jeden Tag stark wuchs, beschlossen sie ihn zu fesseln, was schließlich auch mit List gelang.

Der gefesselte Fenriswolf riss seinen Rachen weit auf und schnappte nach den Göttern. Doch sie steckten ihm ein Schwert ins Maul, mit der Spitze gegen den Gaumen. Seither heult der Fenriswolf entsetzlich und es fließt soviel Geifer aus seinem Maul, dass daraus der Fluss Wan geworden ist.

Fenriswolf

Von seinem weiteren Schicksal berichtet eine Weissagung: Beim Weltuntergang (Ragnarök) wird sich der Fenriswolf losreißen und Odin verschlingen. Danach tötet Odins Sohn Vidar den Wolf. Erst setzt er ihm den Fuß in den Unterkiefer. Hilfreich ist ihm dabei, dass er einen Schuh aus den Lederstreifen trägt, die die Menschen laut der Jüngeren Edda von ihren Schuhen schnitten, da, wo die Zehen und Fersen sitzen. Diese Lederstreifen wurden durch alle Zeiten hindurch für Vidars Schuh gesammelt. Dann greift Vidar des Wolfes Oberkiefer und reißt ihm den Rachen entzwei.

Der Fenriswolf hat Ähnlichkeit mit anderen Wölfen und Wesen in der nordischen Sage. Der Wolf Sköll (auch Skalli) verfolgt täglich die Sonne, der Wolf Hati den Mond, den „er packen will, was auch geschehen wird“. So wird die Zukunft in der Jüngeren Edda knapp angedeutet. Beide Wölfe sind Kinder eines Riesenweibes, das im Wald Jarnwidr (Eisenholz) lebt. Sie sind also mit dem Fenriswolf verwandt. Man kann diese beiden Wölfe aber gewissermaßen auch als Variationen des Fenriswolfes sehen, denn nach anderer Quelle verschlingt der Fenriswolf am Weltende die Sonne.

Edda

Quelle : Deckblatt einer isländischen Abschrift der Snorra-Edda aus dem Jahr 1666

Das Wort Wolf ist im indogermanischen Sprachstamm weit verbreitet und bezeichnet oft nicht nur das Tier, sondern bedeutet in den altgermanischen Sprachen Räuber, Mörder, Würger, verachteter Verbrecher, Verbannter, böser Geist. Vor allem das althochdeutsche Wort „warg“ wurde mit dem Bösen selbst gleichgesetzt. Gesetzlose wurden als „Wölfe“ bezeichnet und der Rechtsspruch „thou art a warg“ erklärte den Verurteilten offiziell zum Ausgegrenzten, der auch gezwungen wurde, in der Wildnis zu leben. Angeblich war es verboten, dem „warg“ Essen oder Schutz zu geben, selbst die eigene Frau durfte sich nicht mehr um ihn kümmern, ansonsten wurde auch sie zum „warg“ (Grimm 1887).

Bei genauerer Untersuchung der Mythologie zeigt sich aber, dass der Wolf, sehr unterschiedliche Rollen einnimmt. Diese werden in den nächsten Tagen veröffentlicht.

 

 

 

 

Lebensraum des Wolfs

Wölfe bewohnen unterschiedliche Gebiete. Sie können in den Eiswüsten der Arktis, Wüsten, im Grasland, Hochgebirgsregionen und Wäldern leben. Sie benötigen ein sehr großes Gebiet für ihr Rudel.

Wölfe können überall dort leben, wo es genügend Beutetiere und Rückzugsräume für die Aufzucht der Jungen gibt. Ursprünglich ist der Wolf ein Jäger, der in baumarmen Landschaften lebte.

Dass die meisten Vorkommen heutzutage in Wäldern zu finden sind, liegt daran, das sie jahrhundertelang durch den Mensch verfolgt und in weniger zugängliche Gebiete zurückgedrängt wurden.

Wolf wald

Die Reviere der Wölfe sind fest. Die Reviergröße reicht von einigen dutzend bis 13.000 Quadratkilometer Fläche. Die Wolfsreviere werden dabei gegenüber anderen Rudeln verteidigt. Eine Überschneidung der Reviere ist daher nicht möglich. In Mitteleuropa liegen die Reviergrößen bei ca. 150 bis 350 Quadratkilometer. Das Wolfsrudel nutzt pro Tag ca. 10% seines Revieres.

Ein Rüde läuft am Tag ca. 30 km ( je nach Reviergröße ). Dies kann zwei Gründe haben: Das ständige markieren des Revieres zeigt anderen Wölfen ( die auf der „Durchreise“ sind ), dass Sie sich hier nicht niederlassen können, und zum anderen könnten sich die Beutetiere an den Wolf gewöhnen, und weichen dem Wolf nicht so stark aus.